Firmengeschichte
Familienstammbaum
Johann Schmidt
Rotgießer (Mundstückmacher)
geboren am 31.08.1797 in Höchstädt, gestorben am 04.03.1855 in Höchstädt
Johann Schmidt
Rotgießer
geboren am 23.01.1819 in Höchstädt, gestorben am 07.11.1868 in Höchstädt
Christoph Schmidt
Rotgießer
geboren am 04.09.1845 in Höchstädt, gestorben am 03.01.1912 in Markneukirchen
Max Schmidt
Mundstückdreher mit Meisterprüfung, abgelegt am 19.02.1929 in
Markneukirchen
geboren am 05.12.1880 in Höchstädt, gestorben am 21.03.1961 in Markneukirchen
Werner Chr. Schmidt
Mundstückdreher mit Meisterprüfung und Galvanisiermeister, abgelegt am 02.08.1947 und zweites Diplom
1958
geboren am 25.02.1922, gestorben am 18.11.1988 in Markneukirchen
Bernhard Werner Schmidt
Metallblasinstrumentenbaumeister, Meisterprüfung abgelegt am 18.11.1972 in
Markneukirchen
geboren am 17.07.1948 in Markneukirchen
Die Anfänge
Die Ursprünge des Traditionsunternehmens „Werner Chr. Schmidt“
liegen, wie der Familienstammbaumes erkennen lässt, im Jahr 1842 und
gehen zurück auf den Rotgießer Johann Schmidt aus Höchstädt.
Weiter zurück reicht leider nicht einmal Deutschlands ältestes Kirchenarchiv in Bamberg. Somit lässt sich auch nicht mit Bestimmtheit nachweisen, wer der erste Hersteller von Mundstücken in der Familie Schmidt war und wo diese zuerst angefertigt wurden. Zweifellos können wir aber annehmen, dass die Vorfahren der Familie bereits vor 1793 als selbstständige Gürtler, Gelb- oder Rotgießer Mundstücke für das damalige Instrumentenmacherhandwerk anfertigten.
Einen ersten urkundlichen Nachweis über die Mundstückherstellung der Firma Schmidt in Höchstädt gibt das Lieferbuch der Firma Merz: Am 29.04.1837 lieferte demnach „Schmidt aus Höchstädt“ 2 ½ Dutzend Trompetenmundstücke und 2 Dutzend Signalhornmundstücke. Auch in viele andere Regionen, wo der Instrumentenbau heimisch war, wurden Mundstücke
versandt.

Exakt belegt ist die Arbeit Christoph Schmidts und seines Vaters durch das Lieferbuch ihrer Werkstatt aus den Jahren 1860 – 1873. Neben Aufträgen für Hersteller und Händler in Markneukirchen, Graslitz und Schönbach werden hier u. a. auch die Firmen Cerveny in
Königsgrätz, Stowasser in Wien, Arnthon in New York sowie Glier in Warschau genannt. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden zudem sehr viele Mundstücke an die Firma Julius Heinrich Zimmermann in
St. Petersburg in Russland geliefert.
Die Bestellungen insbesondere aus Markneukirchen und Umgebung nahmen jedoch immer weiter zu, so dass sich die ursprüngliche Lieferpraxis mit einer Rückentrage (Reff) bei ganztägigen Fußmärschen nicht mehr rentierte. Deshalb siedelte Christoph Schmidt am 08.08.1894 mit seiner ganzen Familie nach Markneukirchen über.
Die Firma Schmidt in Markneukirchen
Christoph Schmidt
Rotgießer (Mundstückmacher) in Höchstädt und Markneukirchen
geboren am 04.09.1845 in Höchstädt, gestorben am 03.01.1912 in Markneukirchen
| Vater: |
Johann Schmidt (1819 – 1868) Rotgießer in Höchstädt |
| Söhne: |
Johann (1873 – 1938) Mundstückmacher |
|
Friedrich (1876 – 1944) Mundstückmacher |
|
Max (1880 – 1961) Mundstückmacher |
|
Albrecht (1883 – 1944) Mundstückmacher |
|
|
| Adressen in Markneukirchen: |
1897: Schützenstraße 234 |
|
1905: Wernitzgrüner Straße 679 |
|
1906: Wernitzgrüner Straße 677 |
|
1909: Zimmerloh 609 (neu: Nr. 4) |
|
ab 1997: Mosenstraße 10 |
1897 stellte Christoph Schmidt auf der Gewerbeausstellung “Mundstücke ganz von Metall
und Metall mit Elfenbein“ aus. Bereits zu diesem Zeitpunkt muss er sich auch mit dem
Galvanisieren beschäftigt haben, denn er ist im Ausstellerverzeichnis als „Mundstückmacher
und Galvaniseur von Blechblasinstrumenten“ verzeichnet.
Seine ältesten Söhne Friedrich und Johann machten sich schon 1898 mit einer eigenen Firma
(F. J. Schmidt bzw. Gebr. Schmidt) in der Plaunischen Straße 19 selbstständig. Während Johann Schmidt später unter der Bezeichnung „Gebrüder Schmidt“ in der Adorfer
Straße 3 weiterarbeitete, wurde Friedrich Schmidt in der Wiesenstr. 10 mit einer eigenen „Fabrikation von Metall-Blasinstrumenten, Mundstücken und Bestandteilen“ tätig.
Die Firma Christoph Schmidt wurde zunächst von dessen jüngeren Söhnen Max und Albrecht Schmidt fortgeführt. Sie hatten nach dem 1. Weltkrieg das Haus Zimmerloh 4 gekauft, allerdings arbeiteten sie in der dortigen Werkstatt unabhängig voneinander.
Ab 1938 war Albrecht Schmidt mit einer eigenständigen Werkstatt in der
Krummen Straße 8 tätig. Seine Söhne Gerhard und Horst stellten ihre Werkstätten aber bis 1966 ganz auf das
Galvanisieren um.
Die „Mundstückdreherei und Vernicklungsanstalt“ von Max Schmidt fand ihre Fortsetzung in der Firma seines Sohnes, des Mundstückspezialisten Werner Christoph Schmidt. Heute wird diese letzte handwerkliche Mundstückfertigung im Vogtland von Bernhard Werner Schmidt in der
Mosenstraße 10 fortgeführt.

Seit dem Umzug in größere Produktionsräume 1997 werden neben der Mundstückdreherei
auch Perinett- und Zylinder-Metallblasinstrumente hergestellt und repariert. Es wurde eine neue Poliererei und 2007 eine modern ausgestatte umwelt-freundliche Schmelztiegel-Schöpfofen-Anlage zum Gießen von Mundstückrohlingen eingerichtet.
 |
Alle Fotos auf dieser Seite können angeklickt
werden, um eine größere Darstellung zu erhalten! |
|